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Kulturelle Landpartie- Reise in eine andere Welt


Ich bin ein Mädchen vom Land. Durch und durch. Mein Tag beginnt, wenn der Hahn unseres Nachbarn das erste Mal sein morgendliches Lied singt, gehen wir davon aus, er kräht nicht vor 6.30 Uhr. Ich bin ein Steh-auf-Kind. Sobald die Sonne dann auch noch hervorkommt, hält mich nichts mehr in meinem Bett. Stehe ich auf, bin ich vollkommen im Tag angekommen. Vielleicht ist das die Nachwirkung dessen, dass wir als Schulkinder schon 6.10 Uhr zum Schulbus gehen mussten und mein Leben sich dementsprechend immer schon am Morgen abgespielt hat.
Oftmals ging ich vor der Schule zu meiner Freundin und wir schauten unseren Hunden beim umher tollen zu. Auch Laufen bei Sonnenaufgang bereitet mir noch immer eine große Freude, wenn die Vögel singen und der Wind sacht durch die Baumkronen streift. Vor der ersten Schulstunde den Pferden einen Besuch auf der Weide abstatten und das freudige Wiehern wie einen Sonnengruß in sich aufsaugen, Energieschub ganz ohne Koffein.


Die Stadt birgt gewisse Reize, die Anonymität, welche an manchen Tagen eine willkommene Abwechslung ist, immer eine Möglichkeit zu haben, etwas Spezielles mit Freunden zu unternehmen. Aber entspricht das wirklich der Realität? Bietet die Stadt mehr Freizeitmöglichkeiten für die wöchentlichen Treffen mit Freunden?
Vielleicht schon, aber unternehmen viele Studenten in der Stadt wirklich tollere Sachen, als wir vom Land?
Irgendwie kann ich das nicht glauben, denn ein Nachteil der Stadt sind für mich die versteckten Kosten. Hier ein Eis, dort ein Abendessen, morgen in die Kletterhalle, heute auf ein Konzert. Ich plädiere für ein Leben in beiden "Orten". Für mich ist es immer toll in der Stadt zu sein, aber nach einem Ausflug oder mehreren Monaten dort, fühle ich mich immer wie eine junge Knospe, die im Frühling ihren Weg findet, wenn ich wieder Bäume, Wiesen und Wälder um mich herum habe. Ebenso wird es mit Sicherheit auch einer "Stadtjacke" gehen, die nach einem Urlaub auf dem Land zurück ins geschäftige Treiben kommt. 

 

Was unternehme ich den lieben langen Tag, angenommen jetzt, wo ich in der Woche ein paar Tage nur für mich habe. Am liebsten verbringe ich ihn mit der Familie und Freunden, gehe mit den Hunden spazieren, treibe Sport und verköstige meine Liebsten mit frisch gekochtem Essen. Und manchmal, vielleicht muss man ab und an ein wenig näher hinschauen, um die kulturellen Angeboten zu entdecken, findet dann etwas Wunderbares in der Heimat statt.

So demonstriert die kulturelle Landpartie in jedem Jahr wieder, was ein Leben auf dem Land zu bieten hat. Ich nehme an viele von euch kennen das Wendland. Gorleben ist sicher allen ein Begriff. Das Wendland ist so nah und dennoch fühle ich mich jedesmal in eine andere Welt versetzt, wenn ich dort bin. Die Menschen sind oft entspannter, es herrscht eine große Gemeinschaft, eine gesunde, ökologische Lebensweise spielt vermehrt eine wichtige Rolle. Es ist Natur Pur und einfach traumhaft. Die kulturelle Landpartie findet, wie schon erwähnt, einmal jährlich in einem bestimmten Zeitraum statt und lockt unzählige Besucher aus ganz Deutschland. Es gibt jeden Tag ein buntes Programm, welches auf viele kleine Ortschaften verteilt ist. Neben kleinen Märkten, Brauereiführungen, Yoga-Workshops, werden auch Salsa-Kurse und Wildkräuter-Sammlungen angeboten. Alles aufzuzählen würde wohl zwei weitere Seiten in Anspruch nehmen, aber es lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass ein Besuch dort ein ganz wunderbares Erlebnis ist, welches mit Sicherheit nicht so schnell in Vergessenheit gerät. Ich habe in diesem Jahr ein paar Bilder gemacht und hoffe ich kann euch einen kleinen Einblick geben.

 


 


 

 


 








Gedanken zum Glück

Ihr Lieben, da ich jetzt erst einmal bis Mitte Mai im Urlaub bin, habe ich mir gedacht ich teile einfach einmal einen Text mit euch. Er steht im Bezug zu Lima und einem alltäglichen Erlebnis dort. ;)
Auf ganz bald.



Die Kunst des Glücklichseins

Ich sitze hier auf Arbeit, an meinem eigenen Schreibtisch. Der Herbst beginnt sich langsam auszubreiten, aber der Sommer verweilt auf den Straßen, bleibt standhaft.  Dennoch,  ich friere, nur fast. Die Jungs mögen frische Luft im Büro und da sollte man sich ernsthaft fragen, wer von uns Vieren nun wirklich aus dem fernen  Europa kommt. Aus jenem Land, wo der Winter zwar nicht unmenschlich, aber durchaus kalt werden kann. Ich bin der Meinung, dass ich vertauscht worden bin. Früher, vor  24 Jahren, als ein Teil der  Welt noch Mauern um sich trug. Denn in mir erwacht  das Sommermädchen, das sich jeden einzelnen Tag an den immergrünen Palmen erfreut, das die Meeresluft in sich aufsaugt. Auch an Tagen, wo sich ein grauer Schleier über die Stadt legt und es nach Fisch riecht. An Tagen, an denen die Sonne erst um 9.00 Uhr aus ihrem Bettchen stolpert, noch schwach und verkatert, aber kurz darauf putzmunter, weil sie sich an den Menschen erfreut, die plötzlich mit ihr um die Wette lachen.
Ja, so etwas macht mich glücklich. Die kleinen Dinge, das nette Lächeln von dem freundlichen, älteren Herrn, dem ich jeden Tag begegne. Dem ich seine Bonbons abkaufe, ohne mich nach ihnen zu sehnen. Einfach, weil er mich dann anlächelt, glücklich, weil er etwas Geld über seine Familie bekommen hat. Weil er nicht bettelt, sondern dafür arbeitet. Und seine Tüten mit Bonbons sich am Ende des Tages, wenn unsere Wege sich wieder kreuzen, fast leer sind. Und dann  bin ich es die erstrahlt. Es breitet sich ein Lächeln auf meinem Gesicht aus, ich fühle mich beschwingt, denn dieser kleine Moment-  zu wissen, dass er Geld eingenommen hat, dass  er seine Tüten neu füllen kann. Ja,  genau dieser Moment breitet ein Gefühl in mir aus. Eigentlich mehrere, auf der einen Seite ist es Erleichterung, jene Seite, die ihn in kleinen Teilen bedauert, während ich mit meinem Starbucks Frappucino an ihm vorbei schreite. Die Seite, die mir leise Schuldgefühle macht, weil ich es mir leisten kann. Mit jedem Schritt jedoch werde ich stärker, man kann nicht jedem helfen, ich kann nicht Tag für Tag eine Handvoll Bonbons kaufen und sie verteilen oder selber Essen. Aber was ich kann, ist dankbar sein. Dankbar dafür, dass er trotz aller Widrigkeiten  sein Lächeln bewahrt. Dankbar, weil es ihm gut genug geht in einem Land, wo Strom und fließend Wasser keine Selbstverständlichkeit sind. Und dankbar, weil er mich vergessen lässt, was für kleine, nichtige Probleme ich im Alltag mit mir trage. Die Frage nach den gewonnenen Kilos, die Frage ob mein Outfit passt, die Frage, ob ich mir dies oder das gönnen soll. Die kleinen Problemchen des Alltags, aus denen wir oftmals eine riesen Sache machen, obwohl sie eigentlich oft so nichtig sind, unwichtig. Dieser Mann,  dessen Namen ich nicht kenne, den ich bald ein letztes Mal sehen werde, macht mich zu einem besseren Menschen. Auf seine Weise, indirekt, denn glücklich sein wollen, dass müssen wir  von  ganz allein.


Das Buch mit dem Reh- kreative Versuche.


Meine Lieben,
heute mal ein etwas anderer Beitrag, als ihr es normalerweise gewöhnt seid. Ihr, die mich kennt, wisst, dass ich mit Basteln und Geduldsarbeiten eher weniger am Hut habe. Und dennoch habe ich mir jetzt vorgenommen, die folgende kleine Arbeit auf mich zu nehmen und regelmäßig meine Erlebnisse, Eindrücke, kleine Geschichten  in dieses Buch zu schreiben- oder kleben. (Das mit dem Malen lassen wir lieber. Jene, die mit mir Kunstunterricht hatten, wissen mit Sicherheit noch zu gut, wie ein von mir gemaltes Boot aussieht...)
An die Fingerfertigkeit meiner Tina, werde ich also nicht heranreichen,  es ist doch unglaublich. Ich kann die größten Pferde händeln, die aufgedrehtesten Hunde bändigen, aber Schere und Kleber zu bedienen, da hört es dann bei mir auf einmal fast auf... 


Mein Arbeitsplatz, nicht zu sehen die Motivationscookies. Mittlerweile läuft bei mir (fast) alles über diese wunderbar leckeren Hafer-Rosinencookies. Zu sehen, zumindest ein wenig: mein selbstgemachtes Chia/Mango/Passionsfruchteis. 



Neben Reiseerfahrungen und Alltagsdingen, finden sich auch einige Gedichte und Ideen für kleinere und größere Geschichten in dem Büchlein ein. Und natürlich die beliebten Sprüche mal auf einer Seite vereint. 

"...Es ist vier Uhr als ich endlich den Weg nach Hause antrete, der Regen fällt in einer Intensität, dass ich nach nur wenigen Sekunden völlig durchnässt bin. Der zuvor seidenweiche Stoff drängt sich an meine Haut, klebt und saugt sich an ihr fest. Es lässt mich eiskalt erzittern, dieses Gefühl sich nicht befreien zu können, in dieser Kleidung gefangen zu sein. Für die nächsten 25 Minuten, bis ich meinen Schlüssel in der Haustür drehe und in mein Himmelreich schreite. Meine eigenen vier Wände, mein Bunker, den ich teilen muss. Ungewollt. Aber die Mietpreise zwingen mich dazu. Und so kommt es, dass ich die heiligen Hallen dritteln musste. Nicht immer einfach im Angesicht der Tatsache, dass die beiden jungen Frauen so verschieden von mir sind. Ich beschreite klatschnass den Flur, übersehe die achtlos hingeworfenen Schuhe, den halb verdrehten Regenschirm, der auf dem Boden einen dunklen Film hinterlässt und schließe die Tür hinter mir, atme. Alles ist still, ich öffne die Vorhänge, um in ein derbes Grau zu sehen, die Regentropfen am Fenster bahnen sich ihren Weg in die Tiefe und erinnern mich wieder an das ungute Gefühl völlig durchweicht zu sein. Ich entkleide mich, werfe meine Sachen vorerst achtlos in die Ecke und spüre meine feuchte, kalte Haut. Sehe zu, wie sich die kleinen Härchen an den Armen aufstellen, um sich dann in eine ausgesprochen ausgebreitete Gänsehaut zu verwandeln. Ich öffne meinen Schrank und greife meine Lieblingshose. Jede Frau muss eine übergroße Jogginghose ihr Eigen nennen können.Gutes Aussehen im eigenen Bett wird meiner Meinung nach völlig überbewertet. Ich will nicht gut aussehen, ich will mich wohl fühlen, abschalten vom Alltag. Abschalten vom Versuch perfekt zu sein. Ich will ich sein......



Meine erlebnisreichen, angsteinflößenden, chaotischen und nie langweilig werdenden Busfahrten werden natürlich auch verewigt. Wenn ich noch einmal genug gesammelt habe, möchte ich sie auf ein größeres Stück Pappe kleben und einrahmen. 


Und natürlich muss auch mein Starbucksbesuch festgehalten werden. Bei Hollys Coffee gibt es im übrigen einen Süßkartoffel-Latte. Yumm. 
Ich hoffe, dass noch einige Seiten gefüllt werden, was sich jedoch schon jetzt als äußerst nützlich erweist, ist das Gummiband, welches sich dehnbar als Verschluss anbietet-- das Buch wächst in der Breite und es sind ausnahmsweise mal nicht die bösen Kalorien, die das verursachen.

English:

Hi Guys,
I just wanted to show you my latest try to be a little bit creative on the way.. The ones of you that know me well, know exactly that I am way too impatient to do artscraft. But here I am trying exactly that. Believe me there are a lot of cookies for motivation that you can´t see in the pictures ;)

But I thought it would be a nice memory to have a little book that is filled with tickets, postcards, my first false money and of course some poems and ideas for little stories.

"...She felt it again, the ice cold, shivering down her spine. It left her feeling uneased, even paralyzed. That´s what she´s been the last couple of month. Broken. Alone and misunderstood. She´s still able to feel his skin on hers, the smell of him still wakes her up every night- leaving her with a gentle touch. She hasn´t been up, hasn´t drawn the curtains yet. Everything in her room reminds her of him. His big baggy green Parka is still hanging over the chair and his last package of cigarettes remains there for good. She presses play and the mellow sound of his voice fills the room,he´s singing their song. One last time. It seems like yesterday that he sat there. His guitar resting on his lap, his right arm around her and his stubbles tickling her neck. She felt herself smile. It´s gone before she even opens her eyes, reality hits her hard. Like a stone thrown against the backyard window. It shattered and left behind were simply the colourful shards. Lying all over the place, decorating the snowburned gras. She closed her eyes again, not willing to see what´s left behind. She pulled her shirt closer around her broken-down body...."

I really hope that I will have lots of things to stick in that little and definitly cute book ;) But before that I already noticed how handy it is that you can close the book with a rubber band, cos it seems to grow and grow. ( For ones that is not caused by little calories climbing up the table at night..)

 

The Mystery of Growing Up!

Man denkt doch, dass die Zeit regelmäßig verläuft, dass die Uhr Sekunde für Sekunde voranschreitet- im gleichen Takt. Und dennoch habe ich das Gefühl, dass sie, umso mehr Jahre vorübergehen, immer ein Stückchen schneller tickt. Es kommt mir vor, als sei es gestern gewesen, als ich mein Abiturzeugnis bekommen und mit einem prunkvollen Kleid auf den Füßen meines Papas in die Freiheit tanzte.


Jetzt bin ich fast mit dem Studium fertig und habe nur noch die Abgabe meiner Bachelorarbeit vor mir. Ich befinde mich in einer, mir mittlerweile, nicht mehr fremden Stadt und mache zum ersten Mal die Erfahrung zu Arbeiten. Und nein, ich meine nicht die Studentenjobs, die ich vorher natürlich schon gemacht habe, sondern die Arbeit in einem echten Team. In einem echten Büro, wo ich meinen eigenen Schreibtisch habe. Wo ich seit mehreren Wochen ein und aus gehe, meinen Vorrat an Bonbons und Schokolade auffülle und mich wundere, warum er so schnell aufgebraucht ist. Der Alltag im Büro- ein freudiges Geben und Nehmen. Und ich habe das Gefühl gebraucht zu werden, natürlich geht nicht jede Aufgabe leicht von der Hand. Zu Beginn hatte ich das Gefühl alles falsch zu machen und die alten und irgendwie doch neuen Computerprogramme beherrschten eher mich als andersherum. Aber Tag für Tag lernte ich und auch, wenn ich noch immer kein Profi im erstellen von Jahresüberblicken bin, so merke ich doch, dass meine beendeten Arbeiten gebraucht werden- in Präsentationen, zum Vollenden von Akten, oder als Gesamtüberblick bei Gesprächen. Und das meine Lieben, ist so viel besser als einen Text von Gadamer zu vor sich zu haben und dabei eigentlich nur leere Worte zu lesen. Und gleichzeitig habe ich das Gefühl durch diesen Job irgendwie Erwachsener zu werden. Es kehrt so etwas wie eine Routine in den Alltag ein, etwas, was ich als Student nicht hatte. Jeden Tag habe ich anders genutzt, die einzig festen Zeiten waren die zu belegenden Seminare. Versteht mich nicht falsch, Student sein ist eine große Ehre, denn so viel Zeit, werde ich wohl erst als Rentnerin wieder haben- und da wären wir dabei. Als Rentnerin. Werde ich jemals alt? Ich fühle mich als hätte ich damals auch die Krumulus Pillen von Pippi bekommen- ich werde einfach nicht älter. Wie sehe ich dann aus? Ich kann als alte Frau doch später nicht immer noch den gleichen Charakter haben, wie funktioniert es, dass wir uns ändern und dann irgendwann eben weise und reif sind- wie unsere Großeltern. Für mich eine schier unmögliche Vorstellung und doch fühlt es sich derzeit so an, als würden die Schritte dorthin immer kürzer werden. Sicher, ich übertreibe ein wenig, aber dennoch. Hier in Lima wird mir erst recht bewusst, wie schnell und unaufhaltsam die Zeit doch voranschreitet, wie unnahbar und rücksichtslos sie ist.  Jeden Sonntagabend freue ich mich darauf am Montagmorgen an meinen Arbeitsplatz zu schreiten und dabei an all den lieb gewonnenen Menschen im Büro vorbei zu gehen. Es sind alle so freundlich und auch am Montag lächeln sie mir von ihren Schreibtischen entgegen, so ein Team, so eine Atmosphäre wünsche ich mir in meinem späteren Beruf auch. Und dann auf einmal ist der Montag vorüber, ich sage Tschüss und kehre am Dienstag wieder. Viel Arbeit und eine lockere Atmosphäre lassen die Woche vorbeifliegen, bis ich am Freitag völlig ungläubig aufstehe, um ins wohlverdiente Wochenende zu gehen.


Ich verändere mich, wie auch in Australien schon, fällt es mir außerhalb Deutschlands einfach leichter Veränderungen anzunehmen, sie zu akzeptieren und mich auch darüber zu freuen.
Ich habe mich nach mittlerweile 6 Jahren Gemeinsamkeit endlich von meinem Lippenpiercing getrennt. Eigentlich sollte das doch ein kleiner Schritt sein, eine Leichtigkeit. Es ist schließlich nur ein Stück Metall und steht in keiner Verbindung zu meiner Persönlichkeit, oder? Es fühlte sich jedenfalls keinesfalls so leicht an, wie ich es mir vorstellte. Die ersten Tage habe ich ständig nach meinem Piercing gegriffen und in die Leere gefasst, ich habe mir täglich mehrmals auf die Lippe gebissen, denn sonst habe ich mit dem Stück Metall in meinem Mund gespielt. Und ich gebe zu, ich habe das Piercing jeden Morgen einmal durchgestochen- nur für den Fall, dass ich es doch noch einmal tragen will, um der „alten“ Zeiten Willen. Natürlich. Aber damit ist jetzt Schluss, meine Entscheidung ist gefallen. Das Stück Metall mag symbolisch sein, aber für mich ist es der Schritt, den ich endlich einmal gehen muss. Der Schritt ins echte Leben, mit echten Akten, einem ehrlichen Berg Papierkram und der unaufhaltsam tickenden Zeitbombe an meiner Seite.
Und die Erinnerungen an meine Kindheit, an die Jugend bleiben, sie begleiten mich im Alltag und lassen mich auflachen, machen mich glücklich. Ich denke dabei an so viele verschiedene Kleinigkeiten, wie ich meinen ersten Hund bekam und mit ihm so viele Jahre meines Lebens teilte. Was ich mit meiner Stute, meiner guten Freundin und ihrem Wallach alles erlebt habe. Wie glücklich ich mich schätzen kann, so eine Bilderbuchkindheit gehabt zu haben. Wie Adler und ich vor unseren Wölfen davonliefen und dieses Spiel uns so unbeschreiblich erfüllen konnte- stundenlang. Wie wir rohe Zuckerrüben aufgeschlagen und mit unseren vierbeinigen Begleitern geteilt haben, wie wir im warmen Sommerregen Federball spielten oder in unserem eher unappetitlichen See mit den Hunden schwimmen waren. Wie oft ich den Fuß in den Pferdestall setzte, und mich sofort heimisch fühlte- das ist bis heute so geblieben. Einmal Pferdemädchen- immer Pferdemädchen.

 Wie oft ich von der Familie gesucht und dann im Stroh liegend entdeckt wurde, manchmal mit dem Kopf meiner Stute auf meinem Schoß, manchmal direkt vor ihren Beinen liegend, selig, frei von der Angst von ihren 500kg zertrampelt zu werden. Voller Vertrauen in die Zukunft und mehr im Hier und Jetzt als man es als Erwachsener wohl je sein wird.
Es stellt sich doch immer öfter die Frage, durch was man sich selbst definiert. Welche Erlebnisse, welche Erinnerungen machen dich zu dem Menschen, der du  heute bist. Der du sein willst. Ich bin eine Träumerin, manchmal. Und trotzdem stehe ich hier, mit meinen zwei gesunden Beinen auf dem festen Boden. Und laufe voran, um etwas zu erreichen, was mich glücklich macht, was mich meine Kindheit aufrechterhalten und mich trotzdem erwachsen werden lässt. Ich träume von einem Beruf, den es so vielleicht gar nicht gibt, von einer Welt, die es wohl nie geben wird und von einem Leben, für das ich hart arbeiten muss, um es jemals erreichen zu können.
Es ist irgendwie ein neuer Lebensabschnitt, es wird an der Zeit die Sonnenbrille abzunehmen, die Augen aufzumachen und voranzuschreiten, ohne sich selbst und ohne die Kindheit im Herzen zu verlieren.
Behaltet das Stück kindliche Unbeschwertheit tief in Euch, und vergesst nicht wer ihr wart, denn unser kindliches Ich sollte immer eine große Rolle in unserem heutigen Leben spielen.

Wer möchte sich nicht über die neue Edition von Lego, oder den neuen Bauernhof mit handgefertigten Pferden freuen- mit den Augen eines Kindes. Denn dann ist das Leben doch noch ein Stück bunter, ein Stück reicher- an positivem Glauben. Näher am glücklich sein. 



English:

What´s going on with the time. As older as you get it starts to fly, day by day go past you and you don´t even recognise it, because you are too busy doing things. Before you even look up from your work it`s night again. Another day that you just left behind, sitting at your desk and wondering what date it is.
I`m surprised that my prom night is already 5 years ago. I remember the night well, dressed in a pretty dress, feeling like a princess and dancing on my father´s shoes right into my freedom.
Now I´m nearly done with my studies, just my final paper has to be given to my professor and after that. I´m done with the first step and after that comes hopefully the Master. But right now I´m experiencing a different life. Finally I am working, not just a student job at Subway but a real job, where I´ve got my own desk. A job where I go to every day during the week, where I bring my chocolate and sweets and where I´m wondering why there are empty so fast. Of course the first days, even the first weeks I was so afraid to do a lot of mistakes. And I did mistakes, had to undo them and learn. Learn how to use the programs, how to combine all the informations in my head and clip them together so they would make sense. Not always as easy as I thought it would be BUT I have great help at work. All the people are terribly nice and I enjoy going to work and getting to know all the people and getting a daily routine- something that I didn´t have as a student. And I enjoy that but at the same time it makes me wonder. Am I getting old, becoming a real grown up with all the grown up problems such as paper work and money problems? Didn´t I eat the Krumulus Pills that Pippi Longstocking gave her friends. Pills that will let you stay as a child forever?
I guess I didn´t eat them when I was young.
But here in Lima, far far away from stressful Germany I get used to changes. Like in Australia I accept the different paths life has to offer and I´m starting to feel different here. More grown up and mature and at the same time I know that I´m still the same person. Because I can still feel my childhood with every heartbeat.
I´m so unbelievable happy that I had the childhood I did. Getting my dog with 7 was one of the most indulging things and spending so much time with such a great animal has tought me about strongness, kindness about the unconditional love that we are able to experience in our life. And sharing all this with Adler and her brother dog was the best. I remember our play, when we were hiding from our evil wolves, the times when we ate raw sugar beets, sharing them on the big sugar beets hill. The most precious childhood memories are in my heart every single day in my life and they make me the person I am right now. they define me and they are giving me strength in moments, where I need it most.
I remember the moments my family was looking for me and they would find me in the stable. Lying in the straw and having the head of my horse on my lap, stroking her nostrils or just lying next to her not afraid to get trampled by her at all. Moments that no one can ever take away from me. Moments that are defined by pure happiness and no regrets. I had a childhood that made me strong and fearless, that left me being a child for many years, spending time in the woods and discovering my own world with my friends. And despite what everyone from a big city might think of it, yes it still makes me happy to think about being full of dirt, having nothing but my friends and me to play with. No theatre, no cinema- our playgrounds where the fields, the wide open! And that made us creative and left us open hearted.

Sometimes now I might be a little too optimistic, but I truly think that you have to work hard and just be yourself to earn what you want. Despite all the fears about my future I think I´m turning the page and starting a new chapter now. The chapter of growing up, of adding new ingredients to my old self, becoming more spicy and sweet on the way.

But after all the thinking I guess the most important thing is to safe your childhood deep in your heart, to remind yourself and relay on all the great memories. Every person if 20 or 60 should be able to feel amazed about the new Lego Edition or the new model car- seeing it through the eyes of a child and leaving the daily life behind- even if it´s just for a second.
Be free and feel great!


Until the cows come home.

Ein Thema begegnet mir fast jeden Tag. Und ich muss meine Gedanken dazu einfach einmal niederschreiben.
Ich beschäftige mich seit Monaten mit der Frage, ob es ein Tierrecht gibt, geben soll, beziehungsweise überhaupt geben kann.
Im Zuge meiner Bachelorarbeit habe ich mich für dieses Thema entschieden, weil es mich unbewusst seit meiner Kindheit verfolgt.
Natürlich gibt es hier keine einfache Antwort, kein simples Ja oder Nein.
Tom Regan, als Vertreter des Tierrechts, gibt einige plausible Ansätze. Sein Werk ist logisch aufgebaut und reißt mich mit- fachlich, wie auch emotional.
Nun könnte ich es mir leicht machen und ihm meinen Segen geben und schon ist die Bachelorarbeit beendet- ja, Tiere müssen Rechte haben.
Dennoch versuche ich, auch die Seite der Kritiker zu verstehen und habe mit Carl Cohen einen würdigen Vertreter der Gegenseite gefunden.
Was ich eigentlich damit sagen will, es gibt immer zwei Seiten der Medaille, nicht alles ist immer schwarz oder weiß. Und vielleicht macht genau das es so wahnsinnig schwierig, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen.
Nicht nur im Bezug auf die Rechte der Tiere, sondern generell im Alltag.



Ich bin mit Tieren aufgewachsen. Kann mir ein Leben ohne diese wunderbaren Geschöpfe einfach nicht vorstellen.
Ich bekam Kaninchen im Kindergartenalter und führte unseren Hund, sowie den Hund unserer Nachbarn schon aus, als ich kaum Radfahren konnte.
Dank meiner Familie, hatte ich alle Möglichkeiten, mich mit Tieren auszutoben.
Mit vier Jahren begann ich zu Voltigieren und zu Reiten, lernte die Liebe der Pferde kennen und fühlte mich in dieser Welt vom ersten Moment an geborgen.
Meine Vergangenheit mit Tieren ist zugleich mein ganzes Leben und ich bin dankbar dafür.
Ich habe mich für Tiere eingesetzt, habe ausgesetzte Kätzchen mit nach Hause gebracht und gesund gepflegt.
Mit acht Jahren bin ich von einem Pony abgestiegen, weil meine Reitlehrerin darauf bestand, dass ich die Gerte einsetzen sollte.
Ich bin keine Heilige, auch ich habe Jahre gebraucht, um die Tiere zu verstehen, um zu Lernen, wie ich mit ihnen kommunizieren kann.
Aber ich habe diesen Weg beschritten und bin sensibilisiert worden.
Für das Unrecht, welches Tieren angetan wird.

Das beginnt mit Hundebesitzern, die die Sprache ihrer Tiere nicht verstehen, geht weiter über Reiter, welche ihre Pferde wie Sportgeräte behandeln. Ohne Lob und ohne Liebe.
Aber es betrifft eben auch die Schlachttiere.





Was mich zweifeln und aufhorchen lässt, ist dieser neue Trend. Vegetarismus, Veganismus. Versteht mich nicht falsch, ich freue mich, dass immer mehr Menschen erkennen, dass Tiere nicht eingepfercht, gequält und dann als Billigfleisch weiterverkauft werden können. Dass es unrecht ist, Tiere bei lebendigem Leib ihres Pelzes zu entledigen und generell mehr Qualen zu erzeugen, als überhaupt notwendig sind.

Ich lebe seit vielen Jahren vegetarisch und seit einem Jahr vegan und nein, ich sehe mich keinesfalls als Weltretterin, als super Heilige, als Gutmensch.
Ich bin ich und ich passe mich nicht einem gewissen Lebensstil an, um Gleichgesinnte zu finden. Um  täglich 100 Bilder zu posten, die zeigen wie wahnsinnig und super toll mein Lebensstil ist, wie lecker das Essen, wie wenig man verpasst......

Ich lebe so, weil ich es nicht anders kann, weil ich es mir nicht einmal mehr vorstellen kann, dass ich vor 9 Jahren wirklich das letzte Mal ein totes Tier gegessen habe.



Ich bin glücklich darüber, dass ich zugesehen habe wie Tiere geschlachtet wurden.
Ob Huhn, Schaf oder Schwein.
Ihr fragt euch warum?

Weil ich weiß, wie es aussieht, wenn das Leben aus den Augen des Tieres weicht.
Wie es ist, wenn die letzten Zuckungen die Beine des Tieres in den Tod laufen lassen und ja, wie unglaublich es ist, wenn das Tier auseinander genommen wird, wie ein Legobaukasten.

Ich weiß aber auch, dass ein Tier nicht schmerzhaft sterben muss, sondern es schnell gehen kann und dem Tier so wenig Stress und Leid wie möglich angetan werden muss.

 Ich habe immer mehr das Gefühl, dass es nur noch darum geht: Fleisch oder Gemüse.
 Ein Kampf zwischen Gras und Blut.
 Aber muss das so sein?
Müssen die Fleischesser sich immer angegriffen fühlen, wenn ein Veganer den Raum betritt?
Und muss ein Veganer auf Feiern sein Essen klammheimlich auspacken, um nicht wieder von allen Seiten spöttische Kommentare zu ernten?

Warum?

Können nicht beide Seiten voneinander lernen?
Ich denke, es ist utopisch zu glauben, dass die Welt irgendwann aus Veganern besteht.
Ich bin auch keinesfalls der Meinung, dass alle Menschen bekehrt werden müssen, die Fleisch konsumieren. Das ist Wunschdenken und hilft am Ende doch niemandem.

Es lässt die Kluft zwischen Fleisch und Gemüse nur noch viel größer werden.

Ich versuche es anders zu handhaben. Jeder kann selber entscheiden, was er essen möchte.
 Es ist ein freies Land in dem wir leben und warum versuchen nicht manche Veganer/Vegetarier einfach mal ihre Mitmenschen durch leckere Gerichte und sachliche Gespräche darauf aufmerksam zu machen, dass man auch mit weniger Fleisch im Leben auskommen kann.

Und wieso versuchen auf gleicher Linie die Fleischesser nicht ,den Veganern/Vegetariern ein wenig mehr Respekt entgegenzubringen und den Spott zu Hause zu lassen, auf dem, mit einem Stück Fleisch angerichteten Teller.

Beide Seiten erreichen gar nichts, wenn immer nur ungehaltene Diskussionen entfachen, die die Fronten verhärten und sie mit ihren starren Denkweisen den Karren immer mehr in den Sand fahren.
Und am Ende?

Da geht es nicht mehr um das Wohl des Tieres, um die schreckliche Massentierhaltung.
Am Ende geht es nur noch um dich, und um mich.
Um Rot gegen Grün.
Um den Kampf, seine eigene Meinung als DEN Lottogewinn zu verkaufen, ohne Rücksicht auf den Menschen auf dem Platz gegenüber zu nehmen.



Natürlich trifft es mich, ich werde je nach Situation traurig oder aggressiv, wenn jemand lauthals sagt, dass ihm das Schwein doch scheißegal sein kann, solange es schmeckt.
Und ja, wenn ich jemanden mit einem Pelz um den Hals sehe, der behauptet dieses Tier wurde artgerecht aufgezogen, bleibt nur ein bitteres Lächeln auf meinem Gesicht.

Manche Menschen muss man ziehen lassen, mit der Hoffnung, dass sie eines Tages verstehen, warum es nicht in Ordnung ist, dass man eine Packung Salami zum Spottpreis erhält und der Pelz um ihre Schultern noch die Tränen des Geschöpfes trägt, dessen Kadaver achtlos auf den Müll geschmissen wurde.






For my other Readers.

This text is about being a vegan and about our society.
I'm talking about animal rights and about the fact that so many meat eaters are troubled by the attitude some vegans have.

I love animals, always have and always will and I'm concerned about the life of the animals that suffer in animal factories.
Of course I am!

But over the last months I sensed so much tension between meat eaters and vegans.
Why does it have to be that way?
Isn't it way easier to work together?
Meat eaters want meat that is tasty and clean, that doesn't make them sick to their stomach.
A lot of vegans don't seem to see that they can't change the opinion of a meat eater by just hammering their opionion into their minds.
Vegans feel betrayed by the actions of meat eaters.
But the one who eat meat are mostly annoyed. They don't want someone to judge them simply by the fact that they eat what they want.

It's is a difficult situation but I never tell a person what to eat and what not.
 I'm always trying to cook some really really tasty and nice things just to show what eating vegetables means.
And of course I try to talk some sense into people, try to open their mind, tell them that and why they don't have to eat meat every single day.
But after all it is their life and their decision to make.